Microsoft, die Armee und die Wolke: Warum wir jetzt über unsere digitale Unabhängigkeit reden müssen

Microsoft, die Armee und die Wolke: Warum wir jetzt über unsere digitale Unabhängigkeit reden müssen

Ein Weckruf

Der Brief von Armeechef Thomas Süssli zur Microsoft-Abhängigkeit ist eine der interessantesten Verlautbarungen der Schweizer Armee der letzten Jahre. Entsprechend viel Staub hat der nun öffentlich gewordene Brief auch aufgewirbelt – mit Artikeln in allen wichtigen Leitmedien der Schweiz. Sein Vorstoss, der sich gegen die fast vollständige Abhängigkeit der Bundesverwaltung von Microsoft stemmt, ist mehr als nur eine Randnotiz. Es ist ein Alarmsignal, das wir alle hören sollten.

Ich habe mir darum übers Wochenende ein bisschen Zeit genommen, um genauer anzuschauen, welches die besten Alternativen zu Microsoft sind und wer diese schon anwendet.

Das Problem hat einen Namen: CLOUD Act

Die Debatte ist nicht neu, aber sie gewinnt an Schärfe. Der Kern des Problems liegt in der mangelnden digitalen Souveränität. Die Probleme heissen CLOUD Act, FISA Section 702 und Executive Order 12333: Diese drei US-Rechtsinstrumente erlauben es amerikanischen Behörden und Geheimdiensten, auf unsere Daten zuzugreifen – selbst wenn sie physisch in Schweizer Rechenzentren gespeichert sind.

  • Der CLOUD Act verpflichtet US-Unternehmen zur Datenherausgabe.
  • FISA Section 702 erlaubt die Überwachung von Nicht-US-Bürgern ohne Gerichtsbeschluss.
  • Executive Order 12333 ermächtigt zur umfassenden Auslandsüberwachung ohne richterliche Kontrolle.

Armeechef Süssli bringt es auf den Punkt: Rund 90 Prozent aller Daten der Schweizer Armee gelten als "intern" oder "geheim". Diese auf einer US-Cloud zu bearbeiten, ist nicht nur fahrlässig, sondern gemäss den Geheimhaltungsrichtlinien des Bundes sogar verboten.

"Mich erstaunt es, dass niemand beim Bund das Thema früher thematisiert hat", sagt Matthias Stürmer, Professor an der Berner Fachhochschule und Experte für digitale Souveränität.

Es gibt Alternativen – und sie sind besser als ihr Ruf

Die gute Nachricht ist: die Situation ist nicht alternativlos. Es gibt eine wachsende Zahl an unabhängigen, meist europäischen und oft quelloffenen Alternativen, die nicht nur sicherer sind, sondern auch technologisch aufholen.

Die Rangliste der unabhängigen Cloud-Alternativen

Ich habe mir die Mühe gemacht, die wichtigsten Alternativen zu recherchieren und eine Rangliste zu erstellen. Diese soll als Orientierung für alle dienen, die nach Wegen aus der Abhängigkeit suchen.

Fazit: Souveränität hat ihren Preis, aber Abhängigkeit kostet mehr

Der Wechsel ist kein Spaziergang. Er erfordert Investitionen, Schulungen und den (politischen) Willen, die digitale Souveränität ernst zu nehmen. Doch die Kosten der Abhängigkeit sind ungleich höher: der Verlust von Kontrolle, die ständige Gefahr von Spionage und die wachsende finanzielle Belastung durch Lizenzgebühren.

Länder wie Dänemark, die Bundesländer Schleswig-Holstein und Thüringen oder das österreichische Bundesheer machen es vor. Sie haben den Mut, neue Wege zu gehen und auf Open-Source-Lösungen zu setzen. Es ist an der Zeit, dass die Schweiz diesem Beispiel folgt.

Der Brief von Armeechef Süssli ist eine Chance, die wir nicht verstreichen lassen dürfen. Es ist die Chance für eine längst überfällige, öffentliche Debatte über die digitale Zukunft unseres Landes. Eine Zukunft, in der wir die Kontrolle über unsere Daten behalten.

Was denkst du darüber? Nutzt deine Organisation bereits Alternativen oder steckt ihr tief in der Microsoft-Welt? Ich freue mich auf deine Gedanken und Erfahrungen in den Kommentaren.

Beste Grüsse zum Montagmorgen, ich wünsche Dir eine gute Woche

Andi Freimüller


Quellen: Blick, Tages-Anzeiger, Republik, openDesk, Nextcloud, Xelon

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter teilweiser Verwendung von KI-Tools wie Gemini, Perplexity und Manus erstellt.

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